Freediving Kurs - Tag 2 - Poolsession (Eva)

Von Eva Fischer | September 30, 2018 

In Kurzform: Ich liebe Static!!

Static-Training im Pool

Heute fuhren wir für unsere erste Static-Session zum öffentlichen Schwimmbad nach Añaza, etwa 10 Minuten von Radazul entfernt. Ich wäre lieber wieder ins Meer gehüpft. Schwimmbad mag ich normalerweise gar nicht und bewegungslos mit dem Kopf im Wasser zu hängen erschien mir bisher auch nicht sehr attraktiv. Gleichzeitig war ich neugierig, wie es sich anfühlen würde.

Uns empfing die typische Schwimmbadatmosphäre. Ein paar Renter hingen vor den Massagedüsen im Warmwasserbecken und unterhielten sich. Chlorgeruch hing in der Luft. Im Schwimmerbecken gegenüber zogen einige Sportler unermüdlich ihre Bahnen.

Dunia teilte die Gruppe auf. Während Jens mit zwei weiteren Teilnehmern im Becken nebenan mit dem Streckentauchen begann, begaben wir uns zu den Rentnern ins warme Wasser. Dunia erklärte den Ablauf beim Static-Training und gab den Tipp, sich beim Luftanhalten gedanklich an einen anderen Ort zu beamen. Oder den Kopf mit einer Aufgabe zu beschäftigen - ein Essen planen, einen Einkaufszettel schreiben, in Gedanken ein Gespräch mit jemandem zu führen. Dann hieß es: ab in den Apnea-Modus. Ganz bei sich bleiben. Die anderen ausblenden. Dunia war mit voller Aufmerksamkeit bei uns und würde achtgeben, dass wir nicht in irgendeine Ecke des Beckens abdrifteten. So war es leicht, die Kontrolle abzugeben. Als ich mich in die leichten Bewegungen des Wassers hineinfallen ließ und dabei eine tiefe Entspannung spürte, war ich begeistert. Ich hatte gar nicht den Wunsch, mich “aus der Situation hinauszudenken”, um mich vom Luftanhalten abzulenken. Zumindest die ersten Minuten war es für mich viel angenehmer, meine Wahrnehmung auf meinen Körper zu richten und noch mehr loszulassen, wenn ich in einem Körperteil noch einen Rest Anspannung entdeckte.

So hing ich da am Beckenrand herum und wartete auf die erste Kontraktion, die Bewegung des Zwerchfells, nach der wir  Versuch Nummer eins beenden sollten. Keine Kontraktion. Das war verwirrend, denn im Meer habe ich jedesmal ziemlich früh Kontraktionen. Der Atemreiz nahm zu und wurde immer dringender, aber  - keine Kontraktion. Auch beim 2. Durchgang wartete ich vergebens auf eine Kontraktion. Was war da los? Ich dachte, diese unwillkürlichen Bewegungen gehören dazu? Oder blieb ich so weit unter meinem Limit, dass es einfach noch zu früh für Kontraktionen war? Aber mein Atemreiz war irgendwann so stark, dass ich ihn nicht mehr ignorieren konnte. Beim dritten Versuch sagte die erste Kontraktion dann tatsächlich mal hallo. Wie ich später erfuhr, hielt ich noch ungefähr eine Minute durch und beendete dann mit 4:04 min meine erste Static Session. 

Das Ergebnis überraschte mich. Und natürlich freute ich mich. Weil dadurch eine Grenze in meinem Kopf aufgehoben war. Bisher hatte sich meine Apnea-Performance im Trockenen extrem von der im Wasser unterschieden. Ich hatte schon das Gefühl entwickelt, dass bei mir das Gegenteil des Tauchreflexes wirkte: dass das Wasser das Luftanhalten nicht erleichtert, sondern erschwert  — möglicherweise durch ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Bei der Static Session hingegen fühlte sich das Wasser wie eine freundliche Unterstützung an, eine wohlwollende, entspannende Umgebung. Natürlich weiß ich, dass es beim “richtigen Abtauchen” anders sein wird - ich brauche nicht einfach nur den Kopf zu heben, um wieder atmen zu können. Und es ist kein Buddy die ganze Zeit direkt neben mir, um jede Bewegung zu überwachen. Aber ich weiß auch: ab jetzt werde ich mir unter Wasser viel mehr vertrauen.

Jetzt wird's dynamischer

Nach dem Static-Training wechselten wir für Dynamic das Becken. Youssef zeigte uns, wie man startet, wendet und wieder auftaucht. Los geht's, wenden üben. Eine Hand gleitet die letzten Meter über den Boden, die andere stößt am Beckenrand ab.  Ich habe Koordinationsprobleme. Außerdem schrappe ich beim Streckentauchen immer knapp über dem Boden lang. Zu viel Blei? Nein, es liegt eher an der Technik, meint Youssef. Wenn ich den Kopf zu stark an die Brust klemme, gerate ich mit dem Körper zu tief. Und noch ein zweiter und dritter Versuch. Ein bisschen besser, aber ich fühle mich äußerst tollpatschig und verbrauche beim Wenden sehr viel Energie und damit Sauerstoff. Mein Flossenschlag ist zu kurz und meine Koordination unter Wasser insgesamt bedarf noch viel Aufmerksamkeit. Daher bleibt es auch bei knapp 50m beim ersten Training. Ich glaube, wenn ich die Technik gemeistert habe, wird mir auch Dynamic sehr viel Spaß machen. Bis dahin heißt es üben, üben, üben.

 

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